Qualitätsoffensive Mathematik

Im  Herbst 2005 erschien die Studie „leben – lernen – glauben: Zur Qualität evangelischer Schulen“, von der EKD im Umfeld der PISA-Diskussion in Auftrag gegeben. Die Erlanger Erziehungswissenschaftler Standfest, Köller und Scheunpflug stellten den evangelischen Schulen ein gutes Zeugnis aus, ein i.d.R. besseres Abschneiden gegenüber den staatlichen Schulen. Aus der Reihe tanzte nur das Fach Mathematik. Sie empfahlen deshalb eine „Qualitätsoffensive Mathematik“, insbesondere an Gymnasien.
Der Evangelische Schulbund in Südwestdeutschland hat diese Anregung aufgegriffen und im September 2007 zu einer Fachtagung für Mathematiklehrer/innen an Gymnasien nach Stuttgart eingeladen. Mit 25 Teilnehmer/innen hatte man gerechnet – 40 haben teilgenommen.  Die Tagung wurde trotz wirklich guter Fachvorträge von den Berichten aus den Schulen geprägt, die eigentlich mehr zum Kennenlernen gedacht waren. Nicht nur über Probleme im Unterricht wurde geklagt, auch über den Stellenwert des Faches in den Schulen. Von missgelungenen, weniger von gelungenen Bemühungen und Versuchen wurde berichtet. Für nicht wenige schien es die erste Gelegenheit zu sein, sich mit anderen Fachkolleg/innen auszutauschen. Es entwickelte sich eine intensive und ehrliche Gesprächsrunde, die den dafür vorgesehenen zeitlichen Rahmen völlig sprengte.
In der Zwischenzeit haben zwei weitere Tagungen stattgefunden, die dritte am 4./5. Februar 2010 in Bad Herrenalb. Wieder hatten sich mehr als 30 Teilnehmer/innen gemeldet. Der Schwerpunkt lag dieses Mal mit zwei Workshops auf der Unterrichtspraxis. Aber auch für den Austausch war viel Zeit vorgesehen. Wer bei allen drei Tagungen dabei war, stellte einen etwas anderen Grundton fest. Man hatte den Eindruck, dass die bisherigen Runden die Kolleg/innen in ihrem Tun gestärkt haben. Positiver wurde berichtet, u.a. von gelungener Übernahme von Versuchen, die auf den früheren Tagungen vorgestellt wurden, oder auch von einer Verbesserung des Stellenwerts des Faches, bei Schüler/innen und im Kollegium. Und allen Teilnehmer/innen war am Schluss klar: In anderthalb Jahren trifft man sich zur vierten Fachtagung.